Solange wir den Kopf über Wasser halten…

Tja, so kann es gehen: Während in den Nachrichten über niedrige Arbeitslosenquoten diskutiert wird, verliert man plötzlich seinen Job. Mit ist es so ergangen, bzw. uns. Meine Frau hat ihren Job zwar noch, aber das reicht nicht ganz, um alle Rechnungen bezahlen zu können. Ich habe mir natürlich schnell etwas Neues gesucht, das diese Anforderung zwar erfüllt, aber eben gerade so. Bis ich wieder etwas gefunden habe, dass meiner Qualifikation entspricht, werden wir auch so lernen müssen, den Kopf über Wasser zu halten. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Hinzu kommt, dass manche Schritte beim Sparen auch Geld brauchen, welches sich erst mittelfristig amortisiert.

 

Wer kündigt z.B. schon gerne eine Lebensversicherung vor dem Ablaufen, wenn dies bedeutet, dass der Verlust einen später so richtig hart trifft? Es mussten also die laufenden Kosten gesenkt werden, welche uns nicht dauerhaft schaden. Strom, Wasser, Telefon, Internet, Benzin, Versicherung sind alles Dinge, welche wir als erstes durchgegangen sind. Wo ein Vertrag kündbar war, haben wir es gemacht. Anstatt mit dem Auto, fahre ich jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit, wobei diese immerhin 20 Kilometer von unserer Wohnung entfernt liegt. Das habe ich zwar früher schon öfters getan, aber damals war ich nicht unbedingt darauf angewiesen.

 

Jetzt bin ich es und meine Frau fährt nur dann mit dem Auto zur Arbeit, wenn sie in ihrer Fahrgemeinschaft an der Reihe ist. Neben den laufenden Kosten, die Stück für Stück zurückgefahren werden – so etwas geschieht nie von heute auf morgen – kommen noch Investitionen hinzu, welche zwar notwendig sind, sich aber eben nach den Möglichkeiten richten müssen. Fürs Bad wurde z.B. unbedingt ein neuer Vorhang benötigt.  Als Ausweichmöglichkeit haben wir uns für ein Feuchtraum geeignetes Plissee entschieden, dass nicht nur seinen Zweck erfüllt, sondern auch bezahlbar ist. 

 

Das ist auch eine Sache, die wir gelernt haben. Nicht jede Alternative, die deutlich weniger kostet, muss in Sachen Qualität abfallen. Eine Situation wie die unsere öffnet den Blick auf Lösungen, die vorher nicht in Betracht kamen, weil man sich mit dem Bisherigen eingerichtet hatte. Bekannte Dinge zu ersetzen, die man sich jetzt nicht mehr leisten kann, ist nicht nur schlecht. Als wir das Plissee online ausgewählt hatten, hegten wir noch gewisse Zweifel. Hinterher allerdings, sah die Welt nicht mehr ganz so schwarz aus. Ich hoffe, dass hält an.

20.9.13 10:49, kommentieren

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